WoundEx

Wundheilung grossflächiger Wunden

Es sind die Leprakranken in Indien und anderen Teilen der Welt, die durch ihre Wunden gezeichnet und behindert das Leben meistern müssen. Die in der Lepra-Hilfe tätigen Organisationen sowie auch staatliche Stellen tun viel, um diesen Menschen zu helfen. Die Wundversorgung ist ein Teil davon. In Zusammenarbeit mit der Leprosy Welfare Association Little Flower, Lepra India und der japanischen Organisation SASAKAWA, erfolgte die, in dieser Arbeit dokumentierte, Anwendung des neuartigen Wundmittels „WoundEx“, bei Patienten im Lepraspital von Little Flower, Sunderpur-Raxaul, Indien. Es sollte aufgezeigt werden, dass sich WoundEx aufgrund seines Wirkprinzips und der bisher publizierten Ergebnisse dafür eignet, Wunden leprakranker Patienten erfolgreich zu heilen und so deren Lebensqualität zu steigern. Mit einer Abheilungsrate von 79,1% erwies sich die WoundEx-Behandlung im Zuge der Anwenderbeobachtung als vielversprechend.

Karl Koman Salzburg mit Team

Karl Koman Salzburg mit Team

Im Hospital von Little Flower, einem Lepraspital im indischen Bundesstaat Bihar, wurden zwischen 23. Oktober 2014 und 14. Jänner 2015 Bein- und Fußgeschwüre von 107 leprakranken Patienten mit WoundEx behandelt. WoundEx ist eine neuartige Wundauflage, die einen Zeolith-Jodkomplex als antiseptische und heilungsfördernde Substanz enthält und nach dem europäischen Medizinproduktegesetz als Medizinprodukt zugelassen ist.

Wundbeschaffenheit

Die Beschaffenheit der im Zuge der Anwenderbeobachtung, initiert  und betreut von Simone Schöndorfer und Karl Koman aus Salzburg,  behandelten Wunden entsprach einem Querschnitt aller, die in den letzten zwölf Monaten stationär und ambulant im Lepraspital versorgt wurden.76 Wunden waren dem leprösen Fußsyndrom zuzuordnen, neun konnten als Ulcus Cruris venosum diagnostiziert werden. Drei Patienten mit einem leprösen Fußsyndrom litten zudem an Diabetes, sodass die neuropathischen Nervenstörungen in den Beinen und Füßen wohl als Folgeerkrankung beider Primärerkrankungen zu werten ist. Bei weiteren drei Patienten konnte keine differenzierte Zuordnung im Sinne von Ulcus Cruris getroffen werden.

Doku Wundgrößenentwicklung

Doku Wundgrößenentwicklung

Alle Wunden waren älter als sechs Monate und wiesen aufgrund unterschiedlich starker pathologischer Gewebestörungen bei Behandlungsbeginn keine Heilungstendenzen auf. Fast alle Wunden waren mit Fibrin unterschiedlich stark belegt, zwei zusätzlich mit

nekrotischem Gewebe belastet. Von den 107 Wunden wiesen 55 Wunden unterschiedlich starke Infektionszeichen auf, wie beispielsweise Rötung der Umgebungshaut, lokale Überwärmung und Schmerzempfinden.

Bei 50 Wunden verringerten sich die Infektionszeichen innerhalb des ersten Behandlungsdrittels und waren bis zur Hälfte der Behandlungszeit vollständig abgeklungen. Bei fünf Wunden zeigten sich Infektionszeichen bis zum Ende des Behandlungs- und Beobachtungszeitraumes. Bei einem Patienten entwickelte sich nach der dritten Behandlungswoche eine systemische Entzündung, die sich nach zweiwöchiger, oraler Antibiotika Medikation gut behandeln ließ.

Patienten

Von den 107 stationär aufgenommenen und ambulant behandelten Patienten brachen 16 die Behandlung vorzeitig ab. Die Gründe dafür waren verschieden, standen aber in keiner direkten Verbindung mit der Wundbehandlung. Von den in Behandlung verbliebenen 91 Patienten heilten aus der Gruppe des leprösen Fußsyndroms 61 Wunden innerhalb von 77 Tagen ab. Von den neun, dem Ulcus Cruris venosum zugeordneten Wunden, waren es acht. Dazu kamen noch zwei Wunden aus der Gruppe der diabetischen Leprapatienten und eine aus den nicht zugeordneten. Gesamt heilten 72 Wunden innerhalb von 77 Tagen vollständig ab.

 Erkenntnisse

Simone Schöndorfer Little Flower Bihar

Simone Schöndorfer bei der Doku

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass mit WoundEx ein Wundmittel zur Verfügung steht, das den Heilungsverlauf chronischer Wunden maßgeblich positiv beeinflusst. Gerade bei der Behandlung lepröser Wunden kann WoundEx einen wertvollen Beitrag zu ihrer Verbesserung, wie höhere Abheilungsraten und kürzere Behandlungszeiten leisten.

Danke für die Unterstützung durch das Land Salzburg

Landesrätin Mag.a Martina Berthold MBA

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Die Studie zum download

 

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