Danksagungen von Claudia Vilanek

Prem

Prem wPremar ein Helfer der ersten Stunde in Little Flower. Wie ein weißer Engel durchschritt er Sunderpore und war ein gern Gesehener, dem alle Herzen zuflogen. Bei meinem ersten Aufenthalt in Little Flower war er 36 Jahre alt und hatte eine Geschichte hinter sich wie ein Märchen:
Er stammte aus einer sehr reichen ehemals pakistanischen Familie, die nach der Teilung 1947 als gläubige Hindu-Familie nach Indien floh.
Prem entschied sich nach seiner ersten Begegnung mit Armut und Leid seine Familie und allen Reichtum zu verlassen und sein Leben in den Dienst der Lepraarbeit zu stellen. Mit 30 Jahren traf er Mutter Teresa und bat sie, in ihren Leprazentren mitarbeiten zu dürfen.
So traf er auf Bruder Christdas, der ihn in weiterer Folge bat, mit ihm nach Sunderpore/Bihar zu gehen. Prem blieb die ersten drei Jahre in Sunderpore. Dann zog er weiter. Seine Philosophie erlaubte es ihm nicht, sesshaft zu werden.
So zieht er immer wieder in ein weiteres Zentrum und sieht seine Arbeit in aller erster Linie in der Begegnung mit den Kranken und im Pflegen ihrer Wunden – seine Hingabe und sein Strahlen durchzogen Sunderpore bei meinem ersten Aufenthalt wie eine Melodie, die manches Leiden erleichterte!

Samir Ray

samirSamir Ray, Bengale, Intellektueller, Grass Route Worker, Alltagsphilosoph und Begründer der Taubstummen Organisation „Silence“ in Kalkutta, die ihre Produkte weltweit in Fair trade Geschäften verkauft.
Samir ist mir seit meiner ersten Reise mit 18 Jahren ein wichtiger Freund und Weggefährte durch alle Wirren und Unwegsamkeiten Indiens.
Seine kleine Wohnung im Taubstummenzentrum in Delhi war mir in den letzten Jahren immer erste und letzte Anlaufstelle auf meinen Reisen, seine Kommentare, Reisetipps, Routenvorschläge und sein tiefgründiger Humor Labsal und geistige Heimat, wenn es in meinem eigenen Herzen eng wurde!

Kumar Gupta

kumarKumar Gupta, Bengale und Heimatloser zwischen Deutschland und Indien. Er kehrte nach mehr als einem Jahrzehnt in Deutschland zurück in seine Heimat Kalkutta, lebte fortan zerrissen zwischen diesen zwei Welten, baute dadurch aber auch ein Netzwerk und Verbindungen auf, und war berühmt dafür, die Menschen von hier nach da zu bringen.
Er bot mir Heimat im Chaos von Kalkutta, begleitete mich auf meinen ersten Reisen und nahm jede Strapaze mit mir auf – dadurch wurde immer wieder vieles leichter und schaffbar, bis uns völlig unvorhergesehen und plötzlich die Nachricht von deinem Tod ereilte.

Joe Kemptner

Dr. Joe Kemptner, den ich nach meinem ersten Aufenthalt in Little Flower in Salzburg kennen lernte, ich verwirrt zwischen den Kulturen, war viele lange Jahre Informationsarbeiter bei EZA, Entwicklungszusammenarbeit mit der dritten Welt. Er zeigte mir einen Weg, wie ich hier tätig sein konnte und meine Sehnsucht bewahren. In seinem Ringen und seinem Wirken, seinem Schreiben und damit Leisen, ja Stummen eine Stimme verleihen, fand ich einen geistigen Gefährten, der durch sein Sein und Suchen Trost war – auch wenn er das Leben unter uns so sanft und bewusst in seinen letzten Stunden verabschiedet hat … sein Sehnen bleibt lebendig wie ein Vermächtnis!

Heinrich Schellhorn

Als langer Wegbegleiter und Vater meiner Kinder hast er all meine Reisen, all mein Suchen mitgetragen, hat mitgearbeitet und Rundbriefe kopiert, kuvertiert und Korrektur gelesen, hat meine Reisen mit ermöglicht und das alles mit Lachen und Leichtigkeit begleitet. Für alle Ideen und Großzügigkeit verdient gilt ihm mein Dank, der tief in meinem Herzen fußt!

Sebastian, Benedikt und Lukas

Es sind nunmehr dreißig Jahre, dass ich als Mutter euch begleite, den einen länger, den anderen erst kürzer, und es war mir immer wichtig, euch auch in diese andere Welt, Indien, in diese andere Welt der Lepra, der Armut, der konsequenten Einfachheit und schonungslosen Reduktion mitzunehmen, um euch mit dieser Auseinandersetzung vertraut zu machen, diesen inneren Dialog in euch in Gang zu setzen, um in euch diese Saat zu säen und ihrem Wachstum zu vertrauen. So nahm ich euch mit auf meine Reisen, jeden einzeln, einmal mit zehn, in zweites Mal mit siebzehn Jahren. Es waren Reisen wie eine Initiation, nicht nur für euch unvergesslich. Ihr habt mich noch mal genauer, noch mal anders auf dieses Land und diese Menschen schauen gelehrt!

Meine Eltern

Erst jetzt, da meine Söhne in dem Alter sind, das ich damals hatte, als ich aufbrach, um mit den Menschen am Rand zu leben, kann ich in der Erinnerung verstehen, wie schwer es für meine Eltern damals wohl war, mich fahren zu lassen, in ein unbekanntes Land, in eine unbekannte Situation. Heute weiß ich, was dieses Loslassen aus den Augen einer Mutter, eines Vaters heißt, und wie viel Vertrauen und Segenswünsche mit einem gehen! Für diese Kraft, die ich im Hintergrund als nährende Erde immer spüren durfte, danke ich euch!

Gertrude Zawodsky

gertiSie war schon eine ältere Dame bei unserer ersten Begegnung in Salzburg, ich jung und hochschwanger mit meinem ersten Kind, sodass ihre Wünsche bei meinem Anblick wohl gleich verblassten. Sie wollte mit mir nach Little Flower fahren. Aber erst mal war von ihr Geduld gefordert. Auch der zweite wurde noch geboren und erst als beide Kinder so weit versorgt waren, traten wir eine erste gemeinsame Reise an. Mittlerweile hat Gertrude viele Male die Reise nach Little Flower alleine gemeistert und zählt zu einer der ganz großen und konsequenten Unterstützerinnen des Projekts. Und obwohl das Alter und die Gesundheit Langsamkeit fordern, ist ihr Wunsch, immer und immer wieder Little Flower zu besuchen, ungebrochen. Und ich wünsche dir die Vitalität und Kraft dies noch viele Male tun zu können.

 

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