Ein Dorf in Indien

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Es war am 21. November 1981, als Bruder Christdas nach Sunderpur kam, eine kleine Lehmhütte bezog und damit den Grundstein für das Projekt Little Flower legte. Mit ihm kamen einige seiner besten Freunde: selbst Leprakranke, Mitstreiter und Helferinnen im Lepraprojekt Titagarh, das der indische Priester und ehemalige Ordensbruder der Missionaries of Charity viele Jahre geleitet hatte. Titagarh, das größte Lepraprojekt im Orden Mutter Teresas war in der Nähe von Kalkutta gelegen und für alle Patienten aus Bihar die einzige Anlaufstelle für Medikamente und medizinische Hilfe.

62% aller Leprakranken der Welt leben in Indien. 40% davon in Bihar. Bihar ist nach wie vor der rückständigste Staat Indiens, nur 38% der Bevölkerung ist alphabetisiert, nur 12% der Frauen können lesen und schreiben.

1/10 der Bevölkerung Indiens lebt in Bihar

Das sind bei mehr als 1 Mrd Menschen in Indien 180 Mio. in ganz Bihar, Bihar besteht aus 39 Bezirken, Little Flower liegt

im Rahmen einer Fotoreportage im Lepradorf Little Flower in Sunderpur bei Raxaul/ Bihar im Norden Indiens an der Nepalesisch-Indischen Grenze am Dienstag, 17.02.2015

Die Kleinsten im Dorf: frech und fröhlich und mit wenig zufrieden

in Ostchamparan, das 3,5 Mio. Einwohner zählt. Wäre Bihar ein eigener Staat, wäre es dichter besiedelt als Bangladesh, und Bangladesh gilt als das dichtest besiedelte Land der Welt. In 30 Jahren begann diese kleine Blume zu blühen und ihre Blüten zu vervielfachen. Eine neue, junge und gesunde Generation wuchs heran, für die Lepra Teil ihrer Geschichte ist, ein Vermächtnis, aber nicht mehr ein Bild der Ausweglosigkeit.

Das Dorf Sunderpur liegt in der Nähe von Raxaul an der Grenze zu Nepal

Die heute ca. 700 Einwohner von Little Flower teilen sich folgendermaßen auf:

  • 140 PatientInnen, immer stationär im Krankenhaus (neben den 600 ambulant betreuten, die einmal im Monat für ihre Behandlung kommen)
  • 150 Kinder im Internat aus den umliegenden Leprakolonien, davon ca. 90 Burschen, 60 Mädchen
  • 400 eigentliche DorfbewohnerInnen, davon ca. 100 Kinder im Schulalter
  • 20 Leute in der weiter entfernt gelegenen Landwirtschaft Dheng

Weitere ca. 2000 BewohnerInnen kommen in den umliegenden Leprakolonien dazu: sie bekommen in Little Flower ihre medizinische Versorgung, werden im Bedarfsfall im Krankenhaus aufgenommen, ihre Kinder schicken sie nach Sunderpur ins Internat, um hier die Schule zu besuchen, und zum Teil haben sie auch Webstühle und Spinnräder von Little Flower und bekommen für abgeliefertes Garn und gewebte Meter Stoff ihr Gehalt.

Lepra ist heilbar, nur sind Bewohner eines Lepradorfes nahezu ewig stigmatisiert. Auch die Spuren der Krankheit bleiben sichtbar, auch wenn das Bakterium längst besiegt ist und die Menschen in diese Sinne geheilt sind.

Besonders Kinder, die selbst nicht mehr an dieser Krankheit leiden, sind davon betroffen.

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