Simone Schöndorfer – vier Monate in Little Flower

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Am 6.1.2016 kam Simone (Simi) Schöndorfer nach weiteren vier Monaten in Little Flower wieder nach Hause. Nachdem sie im letzten Jahr intensiv die Anwenderbeobachtung von WoundEX an den PatientInnen im Krankenhaus durchgeführt hat, hat sie ihre Liebe für die Menschen im Dorf in einer Weise entdeckt, dass sie wiederkehren wollte.

Dazu gab ihr das Thema ihrer Dissertation an der Universität Salzburg einen guten Grund: sie befasst sich mit der Bewusstseinsbildung zu Themen der Hygiene und Krankheitsprävention bei Kindern wie auch bei PatientInnen im Krankenhaus. Ein Fokus ihrer Forschungen waren dabei die Mittel, mit denen Bewusstseinsbildung möglich werden kann, und sie nützte dafür alternative, d.h. indigene Medien.

Simi erzählt dazu:

„Konkret gestaltete sich die Datensammlung meiner Dissertation folgendermaßen: den September nutzte ich, um mir ein konkretes Bild vor Ort zu machen, von der Schule, vom Krankenhaus; von den LeherInnen und SchülerInnen, von den KrankenhausmitarbeiterInnen und PatientInnen; von Strukturen und Abläufen und so weiter. Das war quasi eine Prä-Evaluierung.

Im Oktober unterrichtete ich von Montag bis Samstag in der Dorfschule drei Stufen – Level 7, 8 und 9 – im Rahmen des Biologie-Unterrichts auf Englisch. Anstelle des regulären Biologie-Unterrichts führte ich allerdings ein einmonatiges Projekt durch, das generell aus einem theoretischen Teil sowie einem kreativen Teil bestand. Thema des Projekts war „Information on and Prevention of Leprosy through Folk Media“.

Mit jeder Schulstufe wurden zuerst Inhalte zu Lepra und deren Prävention durchgenommen, sowie Fragen dazu ausgearbeitet, um diese folglich künstlerisch zu kanalisieren; wir bedienten uns den indigenen Medien des Volksdramas, des Storytellings sowie der Miniatur- und Wandmalerei (wobei wir Poster und keine Wände bemalten). (Emotionaler) Höhepunkt war die Präsentation der Ergebnisse im Krankenhaus vor sämtlichen Patientinnen und DorfbewohnerInnen, Ende Oktober. Dies markierte auch den Übergang vom School-Project zum Hospital-Project, das im November und teils Dezember stattfand, diesmal mit dem thematischen Hintergrund „Information on and Prevention of Leprosy-Affected Ulcers and Disabilities through Folk Media“. Hierzu wurden Self Care Groups eingerichtet, die mit den Schwerpunkten Augen, Hände und Füße dreimal wöchentlich abgehalten wurden, um PatientInnen zu informieren, animieren und motivieren, sich bestmöglich um ihren Körper zu kümmern. Auch das Hospital-Project wurde begleitet von indigenen Medien (Wandmalerei). Den Dezember nutzte ich schließlich, um alles zu einem runden Abschluss zu bringen, um mit sämtlichen Beteiligten zu diskutieren, bzw. um zu post-evaluieren. Ich bin beinahe schockiert – im absolut positivsten Sinn – wie reibungslos die zwei Sub-Projekte trotz kultureller und sprachlicher Barrieren verliefen und freue mich dementsprechend auf die Auswertung der gesammelten Daten in Salzburg.“
Darüberhinaus hat Simi eine weitere Studie durchgeführt und erst durch ihr Dortsein ermöglicht: unser langjähriger Sponsor BIOGENA hat ein spezielles Micronährstoffpräparat entwickelt, das förderlich auf die Wundheilung wirkt. Wir wollten es genau wissen, und Simi hat in diesen Monaten diese Studie mit entsprechender Kontrollgruppe durchgeführt. Nun ist Dr. Ina Viebahn aus dem Biogena-Wissenschaftsteam selbst für drei Wochen dort, um diese Anwenderbeobachtung zum Abschluss zu bringen.

Ina berichtet uns täglich von ihrem Aufenthalt und ist begeistert über die Arbeit, die Simi hier mit dem Team im Krankenhaus geleistet hat und wie perfekt die gesamte Dokumentation dieser Studie dazu ist!

Simi hat Wunderbares und Besonderes für das Dorf Little Flower insgesamt bewirkt, und sie ist den Menschen sehr ans Herz gewachsen, auf die Ergebnisse ihrer Dissertation dürfen wir gespannt sein! Auch das ist eine Premiere für Little Flower! – Nach einer Bachelorarbeit nun eine Dissertation – Little Flower wird akademisch!:-)

Fürs erste, liebe Simi, aber mal ein HERZliches Willkommen zu Hause und alles Gute zum wieder heimisch Werden!

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