Baustellen in Little Flower

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Im Februar war es wieder soweit, und ich brach zu einer Projektreise nach Little Flower auf. Neben dem herzlichen Empfang, der jedesmal überwältigend ist, waren es vor allem die beiden Baustellen, die von sehr viel Arbeit zeugten und mich tief beeindruckten: 

Das war einerseits die Baustelle der Kunstuniversität Linz/Basehabitat, die im Endspurt ist:

Dominik Abbrederis und eine Gruppe von StudentInnen sowie das Team der nun schon sehr erfahrenen Bauarbeiter von Little Flower zeigten mir stolz und sichtlich erfüllt die Wohneinheiten, die mit Anfang Juni an die neuen BewohnerInnen übergeben werden können. – Mit vielen schönen Details und gut durchdacht werden die Häuser schon heute als „Dream Houses“ bezeichnet, viele Erfahrungswerte aus dem ersten Projekt „Lehrerhaus“ konnten hier hilfreich einfließen. Dieses Projekt wird von Shiv sehr detailliert dokumentiert, und man kann die Baufortschritte Woche für Woche auf seiner Facebookseite „Shiv Samuel“ und auf http://housingsunderpur.blogspot.co.at verfolgen.

Dank und große Wertschätzung gehört hier Dominik und den vielen StudentInnen, die Zeit und Leidenschaft und viele freiwillige Arbeitsstunden in die Fertigstellung dieser Häuser investiert haben, den Arbeitern von Little Flower, Professor Gnaiger und der Kunstuniversität Linz/basehabitat, allen voran Ulrike Schwantner,  die für die gesamte Organisation im Hintergrund steht! 

Jeder wird wohl als Erinnerung ein Stück Little Flower im Herzen mitnehmen, und in den Menschen im Dorf haben diese jungen Menschen etwas zum Blühen gebracht – eine Hoffnung und Perspektive, die sie im Leben leiten wird! DANKE!

Das zweite Bauprojekt, das mich drängend interessierte, war der neue Schulbau, den unsere Fatima Martin Alvaro/Spanien-Indien mit ihrem Team – bestehend aus einer starken Truppe von lokalen Arbeitern sowie europäischen Freiwilligen –  geplant hat und leitet.

Fatima ist Bambusspezialistin und mit der besonderen Herausforderung konfrontiert, alte Bausubstanzen in das Gebäude zu integrieren und zu renovieren. Der Bautrupp hatte einige Nachtschichten eingelegt, um mich zusammen mit Karl Koman, der mich auf der Reise begleitete, zu überraschen. Und diese Überraschung gelang: die Bögen der außergewöhnlichen Bambuskonstruktion, die den ersten Stock des Gebäudes ergibt, ist höchst beeindruckend und faszinierend!

Viele Stunden habe ich mit Fatima und den Arbeitern auf der Baustelle und über den Plänen sitzend verbracht, sind wir weitere Gestaltungen und Materialauswahlen durchgegangen…

Eines Morgens, als ich auf die Baustelle kam, war dort schon reges Treiben, weil eine neue Bambusladung gekommen war. Um die langen dicken Stämme nach Sunderpore zu bringen, war der ganze Trupp um 3 Uhr morgens nach Raxaul ausgerückt: sie müssen die ganze Ladung zweimal vom Anhänger des LKW abladen, weil der sonst inklusive der Ladung nicht die zwei 90 Grad Kurven bewältigen konnte!

Das sind Dimensionen und Erschwernisse, die unsereins wohl kaum in den Sinn kommen, wenn wir an eine Schulbaustelle denken! Und trotzdem sind auch Mittags noch alle engagiert dabei, um den Bambus in die Boraxbäder zu legen, um ihn von Ungeziefer zu befreien und gegen Befall zu behandeln.

All diese Dorfbewohner zu sehen, die wirklich mit Leib und Seele dabei sind, mit dem Stolz, dass sie durch ihre Arbeit so etwas Besonderes schaffen, ja, die beseelt sind und dankbar, hier zu arbeiten und zu lernen, haben  mich sehr berührt. Fatima, die energievolle  Spanierin, die hier mit so viel Humor und Kreativität nicht nur die Baustelle, sondern auch diese Menschen führt und unterrichtet, ist eine Nummer für sich, und hat meine tiefe Wertschätzung für diese umfassende Arbeit, die sie leistet.

Claudia Vilanek

 

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