Dominik Abbrederis erzählt – Bauleitung des zweiten Bauprojekts von BASEhabitat

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Mein Name ist Dominik Abbrederis. Ursprünglich komme ich aus Rankweil/Vorarlberg. Nach meiner Lehre als Einzelhandelskaufmann verspürte ich das große Verlangen, auf Reisen zu gehen und mir die Welt anzuschauen. Nach einigen Jahren als Ski- und Surf- Lehrer hatte ich einige soziale Berufe ausprobiert: Ein soziales Jahr im Kindergarten, eine Ausbildung zum Outdoorguide, Europäischer Freiwilligen Dienst in Portugal und viele Reisen in der ganzen Welt.

Nach dieser Zeit bin ich durch Zufall an den Lehmbau geraten. Bei einem in Vorarlberg ansässigen Stampflehm Spezialisten konnte ich das Handwerk von Grund auf lernen. Nach vier intensiven Jahren im In- und Ausland wollte ich mein bisher gelerntes Wissen mit einer Ausbildung bereichern. Die Ausbildung zum Lehmbaufacharbeiter in Düsseldorf fühlte meine theoretische Lücke. Der Weg führte mich dann auf selbständiger Basis nach Paraguay und nach Benin wo ich meine Leidenschaft „Lehmbau“ weiter führen konnte.

Seit April 2016 bin ich bei der Kunst Universität Linz (BASEhabitat) als Bauleiter angestellt. Was ich besonders an dieser Aufgabe schätze ist, dass ich Soziales und Bauhandwerk verbinden kann.

Als ich vor ca. 5 Jahren das erst mal von Littel Flower und den Plänen der Universität Linz hörte, hätte ich natürlich nie gedacht, dass ich irgendwann selbst mit Hand anlege. Seit diesem ersten Aufeinandertreffen, lief mir das Projekt immer wieder mal über den Weg, sei es über die Soziale Medien, Freunde oder auf der Summer School vor zwei Jahren in Altmünster. Doch jetzt hier zu sein ist wirklich eine ganz andere Geschichte.

Eine Geschichte von viel Musik, so manch einer Party, vielen Kindern, vielen lieben Menschen und aber leider auch so manchen Schwierigkeiten und Herausforderungen. Diese liegen meist in der Sprache und an der sehr konträren Kultur im Vergleich dazu, was wir gewohnt sind.

Am 11. April bin ich in Sunderpur angekommen und wurde von Stefan Neumann sehr gut an meine neue Aufgabe herangeführt. Stefan hat mich in der ersten Zeit vertreten, weil ich noch ein Projekt in Afrika hatte. Er als erfahrener Bauleiter konnte mir wertvolle Tipps mit auf den Weg geben. Dennoch war aller Anfang schwer. Neue Leute, neue Sprache, neues Land….

Dennoch war ich sehr überrascht von der Organisation der Baustelle. Es gibt eine Garage voller Werkzeuge, Maschinen und Schalungsmaterial. Dies macht das Arbeiten um vieles leichter, schneller, und natürlich spiegelt es sich in der Qualität wieder. Insgesamt sind 15 lokale Bauarbeiter beschäftigt und zur tatkräftigen Unterstützung befanden sich 8 hochmotivierte Studenten vor Ort. Ohne all diese Menschen hätten wir es nie geschafft, den Rohbau für das erste Gebäude plus das Fundament für das zweite Gebäude in nur vier Monaten zu errichten. Nicht zu vergessen ist die mit Abstand schönste Stiege in ganz Sunderpur. Wenn nicht sogar in ganz Bihar! Die zwei Gebäude wurden ursprünglich für neun Familien konzipiert, die unter Platzmangel leiden, und für Familien, die in Wohnungen leben, die eigentlich nicht mehr bewohnbar sind. Es gibt leider viele Wohnungen die unter schweren baulichen Beschädigungen leiden. Littel Flower Indien hat nach diesen Kriterien und nach ihren wichtigen Punkten entschieden, welche Familien eine dieser Wohnungen bekommen soll.

Der weitere Ablauf wird so ausschauen, dass die Lokale Bautruppe ohne meiner Anwesenheit am zweiten Gebäude weiter bauen wird. Im September komme ich wieder zurück, und wir machen uns gemeinsam an die Fertigstellung beider Gebäude. Das Ziel ist, bis Ende dieses Jahres ein Haus fertig zu bauen, damit sechs Familien gleich einziehen können. Ich bin schon gespannt was mich alles erwartet. Man weiß in Sunderpur nie genau, was auf einen zukommt…

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