Die StudentInnen von basehabitat/Kunstuniversität Linz

Eindrücke von der Baustelle Phoolna ("Aufblühen" auf deutsch) im Rahmen einer Fotoreportage im Lepradorf Little Flower in Sunderpur bei Raxaul/ Bihar im Norden Indiens an der Nepalesich-Indischen Grenze am Mittwoch,18.02.2015

Ich möchte einen Beitrag auch ganz speziell den Studentinnen widmen, von der Dynamik und Buntheit, die sie in das Leben des Dorfes bringen und auch in den Arbeitsalltag. Die Arbeiter, mit denen die StudentInnen in Little Flower zusammenarbeiten, sind durchwegs junge Männer, die sich arbeitslos als die Kinder von Leprakranken Eltern in der Grenzregion zwischen Indien und Nepal durchs Leben schlugen, Alkohol und Drogen, Schmuggelgeschäfte an der Grenze sind sehr schwierige Einflussfaktoren aufs Dorf, Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven – wie wir wissen: in allen Regionen der Welt – der fruchtbarste Boden für das Abgleiten in Kriminalität und Gewalt. – Kein einfaches Klientel also für unser Bauprojekt Phoolna und trotzdem für Kabita und mich vordringlichstes Projekt, diesen Jugendlichen Halt zu geben und sie zu integrieren!

So suchten Sebastian und ich damals bei unserem Recruiting Prozess genau in diesem Bereich die Jugendlichen aus, die neue Perspektiven brauchten, in der Hoffnung, dass sie sich in einen Arbeitsablauf eingliedern würden, vielmehr noch, dass sie auf diese Weise einen Beruf erlernen würden.

Die Leistung der Linzer StudentInnen in diesem Zusammenhang ist eine ganz besondere: für mich, die ich immer wieder mit den StundetInnen in Little Flower war, war es beeindruckend die Entwicklung mitzuerleben: Disziplin auf der Baustelle, dranbleiben, nicht kneifen, Arbeitseifer und Ausdauer, sich bei Besprechungen einbringen und seine Wünsche formulieren, … alles das war über lange Strecken nicht selbstverständlich und musste als Kultur im Team erst aufgebaut werden.

Die StudentInnen haben durch ihr Vor-Leben dazu den wesentlichen Beitrag geleistet. Die vielen jungen Frauen, die sich zu nichts zu schade waren, das Zusammenarbeiten, ohne Unterschiede zu machen, die Erfahrung des miteinander und voneinander Lernens, hat diese jungen Männer sehr verändert, der Ton, der ein sehr rauer war, wurde ein freundlicher, das Miteinander ein von Respekt und Unterstützung geprägtes.

Die jungen Männer aus Österreich wurden, so denke ich, über weite Strecken Vorbilder, die Orientierung ermöglichen.

Dazu beigetragen haben auch viele Events, miteinander Feiern und alle Herausforderungen miteinander teilen.

Alles das passierte sozusagen neben der Baustelle, die dabei zügig voranschritt! Heute sind das fröhliche, dynamische junge Menschen, die zupacken und stolz sind auf ihr Projekt, die ein Zusammengehörigkeitsgefühl haben und füreinander einstehen, die dran bleiben und neue Perspektiven suchen: das Angebot des befreundeten nepalesischen Architekten, auf seinen Baustellen in Nepal zu arbeiten und eine Ausbildung zum Bauleiter bei ihm zu machen, kam sehr gut an und unterstützt uns bei weiteren Schritten in Richtung abschließender Ausbildung für die Arbeiter!

 

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