Die Jungs von Little Flower

Ich möchte ein paar Geschichten erzählen die mir am Herzen liegen, meine Erfahrungen mit den Kindern im Dorf teilen. Ich bewundere sie unglaublich und ihre Lebensfreude ist ein Funken der überspringen muss.

Ein paar Kinder habe ich besser kennengelernt. Ein paar Burschen – Nassim, Ramjan, Dinesh und Jitu – sind immer bei uns und helfen uns, holen uns Sachen und kümmern sich um uns. Von denen kenn ich die Geschichte ein bisschen besser. Ramjan beispielsweise ist 14 Jahre alt und laut Kabita war er bevor wir gekommen sind einer der schlimmsten Jungs aus dem Dorf. Anfangs sprach er kein Wort Englisch mittlerweile ist er in den Grundbedürfnissen fließend. Ich finde das total beeindruckend. Wir waren bei seiner Familie eingeladen weil die Zwillinge, Sikender und Sandu (oder so ähnlich) seiner Schwester Geburtstag hatten. Sie ist 21 und ihre Kinder sind grad 5 geworden. Sie hat noch einen Sohn, Allahdin. Ramjan hat vier Schwestern. Sie wohnen alle bei den Eltern. Also 10 Leute wohnen in zwei Zimmern auf ca 30m^2. Wobei die Eltern einen Raum haben der ungefähr 10m^2 groß ist. Die Kinder haben im anderen Raum zwei Betten, ein kleines für Ramjan und ein großes für alle anderen und dann wohnen da auch noch die vier Ziegen der Familie. Im Sommer schlafen sie draußen, weil’s drinnen zu heiß wird.

Außerdem gibt’s da noch Badal. Das ist der Sohn von der Schwester von Kamal, einer unserer Arbeiter. Ich glaube er ist fünf Jahre alt und wahnsinnig aufgeweckt. Er spricht schon ein paar Fetzen Englisch aber wenn er was nicht weiß redet er munter auf Hindi weiter mit der vollen Überzeugung man müsste ihn ja verstehen. Wenn man das nicht tut ist er zuerst ganz verwundert, aber dann versucht er sich mit Händen und Füßen zu verständigen. Er ist ein kleiner Klettermax und klettert überall hinauf wo man sich nur vorstellen kann. Er ist der Boss einer kleinen Bande von Burschen die immer wieder durchs Dorf flitzen und alles auf den Kopf stellen. Seine Energie ist beeindruckend und sein Lächeln lässt einem das Herz aufgehen.

Ich habe begonnen nach der Arbeit mit den Jungs aus dem Dorf Volleyball zu spielen. Es ist sehr lehrreich und man bekommt einiges mit. Ich hab das Gefühl, wenn man Zeit mit ihnen verbringt und ihnen Respekt zeigt bewirkt das einiges. Sie freuen sich immer total wenn ich komme und wenn ich mal nicht um viertel nach vier da bin kommt schon jemand um nach mir zu fragen, wo ich denn bleib und ob ich heute leicht nicht spielen komm. Ihnen Wertschätzung entgegen zu bringen und sie zu loben wenn sie einen guten Spielzug gemacht haben.

Ich mag alle von ihnen mittlerweile echt gern und ich glaub sie werd ich am meisten von allen aus dem Dorf vermissen. Wassim, Nassims Bruder der immer so ernst schaut, Nassim selbst der immer alles halbernst kommentieren muss und den Macho spielt, Shiv den besten Volleyballspieler, Abdul den Drummer, Akash der unser bester Arbeiter auf der Baustelle und so unglaublich wissbegierig ist, Ashish der schüchterne große Junge, der wenn er tanzt aufgeht und eine Show abliefert dass es kaum zu glauben ist und dann ist da noch Rohit, er hat mir erzählt dass er Fotograf werden will, und war total glücklich als ich ihm meine Kamera geborgt habe und er Fotos machen durfte, die wirklich gut geworden sind, außerdem ist er total fürsorglich und zuvorkommend – bei ihm und seiner Familie, Eltern und Schwester bin ich schon oft zu Tee und Biskuits eingeladen worden.

Es gibt noch viele, viele mehr so viele Geschichten zu erzählen und so viele Kinder zu unterstützen. Und natürlich gibt’s da noch die ganzen Mädchen von denen ich noch nicht gesprochen habe. Ich wünsche ihnen allen nur das Beste und ich hoffe, dass sie alle ihren Weg machen werden!

Website by Itellico