Arbeit im Dorf

Arbeitsbereiche und Wirtschaftsdaten von Little Flower

Es arbeiten in Little Flower ca. 400 vollwertige ArbeiterInnen. Darüber hinaus finden alte und schwer behinderte Menschen, die nur kleine Beiträge für die Gemeinschaft leisten können, hier eine Arbeit, die sich am Grad ihrer Behinderung orientiert und für die sie eine Art Pension bekommen.

Viele junge Männer und Frauen arbeiten nun außerhalb von Sunderpur in Raxaul – als Rikshawfahrer, als Kellner in Birgunj, als Taxifahrer, als Koch im Duncon Hospital, … wohnen aber weiterhin mit ihren Familien im Dorf. Wie es die indische Tradition verlangt, sind es meist die Töchter, die Sunderpur verlassen, um zur Familie ihres Mannes zu ziehen, die Söhne allerdings bringen ihre Frauen nach Hause, und so bleiben auch die Söhne von Little Flower im Dorf.

Die Gehälter in Little Flower sind niedrig, auch für diesen letzt gereihten Staat in der gesamten Staatenreihe Indiens, was die Lebensqualität anbelangt. Umgekehrt hat Bihar zwei Superlativen aufzuweisen: in Sachen Analphabetismus und fehlende Gesundenversorgung ist Bihar erst gereiht in der indischen Statistik.

In Little Flower muss man allerdings zum niedrigen Ausgangsgehalt folgende Vergünstigungen und kostenlose Sozialleistungen hinzurechnen:

  • Kostenloser Schulbesuch der Kinder
  • Kostenlose Gesundenversorgung in Little Flower, aber auch außerhalb
  • Vergünstigte Lebensmittel
  • Das Häuschen oder eine Wohnung , in dem eine Familie wohnt, ist von Little Flower Indien zur Verfügung gestellt aber oft in erbärmlichen Zustant.

Die gut 400 Arbeiter teilen sich in folgende Arbeitsbereiche auf:

  • Alte und Schwerstbehinderte
  • im Krankenhaus
  • Instandhaltung
  • Landwirtschaft
  • Fahrer
  • Elektriker
  • Viehwirtschaft
  • Tischler
  • Fischer
  • Bauarbeiter
  • Lehrer in der Volksschule von Little Flower
  • Textilabteilung (Spinnen, Weben, Waschen, Schneidern, Bügeln, …)

Einkommen von Little Flower
Das jährliche Einkommen setzt sich aus folgenden Bereichen zusammen:

  • Zinsrücklagen
  • Landwirtschaftsprodukte ( Verkauf von Gemüse, Zuckerrohr)
  • Milchverkauf
  • Fischerei
  • orthopädische Schuhproduktion
  • Material (Eimer, Feuerholz,…)
  • Webereiprodukte

Krankenhaus
Die Ausgaben für Medikamente und Verbandsmaterial im Krankenhaus verschlingen eine stattliche Summe im Jahr.Wenn man bedenkt, dass damit 140 Patienten  365 Tage im Jahr und 600 Patienten ambulant ein ganzes Jahr lang betreut werden, relativiert sich die Summe.

Viele Jahre wurden die Medikamente für Lepraprojekte in Indien von der WHO bezahlt. Dies schuf eine große Erleichterung auch im Budget von Little Flower. Im Sommer 2005 ließ Indien die WHO wissen, dass Lepra in Indien ausgestorben sei, eine spektakuläre Schlagzeile in der internationalen Presse. Für all jene, die Tag für Tag ihren Dienst an Leprakranken verrichten, ein herber Schlag. Nun müssen die Projekte wieder aus dem Gesamtetat die Kosten für Medikamente bestreiten.

Und Faktum ist, dass Indien nach wie vor die höchste Dichte an Leprakranken weltweit hat. Erfreulich ist, dass immer mehr Patienten schon bei den ersten Anzeichen der Lepra kommen und in diesem Sinne die Heilungschancen sehr gute sind.

 

Was also tatsächlich greift, ist die Aufklärung und das Weitergeben von Wissen durch die Leprakranken selbst, die zunehmend den Umgang mit ihrer Krankheit erlernen.

Ins Krankenhaus zu kommen bedeutet also auch Informationsweitergabe, Austausch mit seinesgleichen, Bewusstseinsbildung im Umgang mit der Krankheit und Erleben, dass es Fortschritt und Heilung gibt.

Menschen von Sunderpur haben hier eine Einschulung in Lepratherapie erfahren und stehen als Pfleger und Betreuer den Patienten zur Verfügung. Abraham, der selbst bei den Missionaries of Charity begonnen hat, führt seit vielen Jahren das Krankenhaus und nimmt kleinere medizinische Eingriffe durch.

Überall dort, wo ein Mediziner gebraucht wird, springt das Duncon Hospital ein, ein anglikanisches Missionsspital, mit dem Little Flower von Beginn an eng zusammenarbeitet. Es liegt drei Kilometer von Little Flower entfernt, und jede Woche macht einer der Ärzte von dort Visite in Sunderpur, wenn jenseits der Lepratherapie Untersuchungen, Diagnosen oder Behandlungen für Patienten erforderlich sind, so bringt man sie ins Duncon Hospital.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft war eine erste wichtige Säule für die Menschen in Little Flower. Der Kauf von Land rund um Little Flower und eine große Anbaufläche im etwa eine Halbtagesreise entfernt gelegenen Dheng waren wichtige Meilensteine am Weg. Seit Jahren werden drei Ernten eingefahren: Weizen, Reis, Gemüse und Raps, die Anbauflächen werden optimal genützt und bieten etwa 50 Arbeitern ihr Einkommen.

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