in Indien

Kabita Bhattarai- Secretary of Board LF India

Das Leben von Kabita Bhattarai liest sich ein bisschen wie ein Abenteuerroman, ihr
zuhören verspricht spannende Geschichten, durchzogen mit einem erfrischenden
Humor, bis hin zu schallendem Lachen, das sie sichtlich als ein Lebensmotto und als
einen Grundrhythmus ihres Lebens bei sich trägt.

Geboren am 28-02-1961 in Kathmandu wuchs sie als älteste von drei Töchtern in
Kathmandu in einer intellektuellen Familie aus einer hohen Brahmanenkaste auf.
„ Was ich meinem Vater mein Leben lang danken werde, ist, dass er drei Töchtern ganz
selbstverständlich die Chance zum Studium ermöglichte.“
So schloss Kabita ihr erstes Studium1988 mit dem Master of Science in Kathmandu
ab, und ging im Anschluss daran mit einem Begabtenstipendium nach Bangkok an die
beste Uni Asiens. 1990 schloss sie ihren zweiter Master of MSC, Natural Resources
and Development and Management in ASR Asian Institute of Technology in Bangkok
ab.

Kabita war eine Sportlerin in ihrer Jugend und vertrat als Badminton Spielerin Nepal
in internationalen Wettbewerben, scheiterte allerdings so kläglich in Singapur gegen die
chinesische Spielerin mit 0,0, dass sie dann aufgab. Wenn sie von diesem Wettkampf
erzählt, kommen ihr auch heute noch die Tränen vor Lachen. – Dies war das Ende einer
großen Sportlerkarriere!
Sechs Jahre lang hatte Kabita eine Beziehung zu einem Pakistani aus reicher Familie, als
die Familie auf Heirat drängte, musste sie eine Entscheidung treffen, die sie noch mal all
ihre Werte im Leben überprüfen ließen: letztlich entschied sie sich gegen die Heirat,
weil ihr Verlobter, hinter dem eine strenge, traditionelle moslemische Familie stand, von
ihr in der Konsequenz verlangt hätte, ihren Beruf aufzugeben und als Brahmanin und
Hindu den islamischen Riten zu folgen und in Pakistan zu leben. Sie entschied sich für
die Freiheit der Bildung, die Tradition ihres Vaters und verzichtete auf ein Leben
in Wohlstand.
In der Folge arbeitete Kabita in vielen Ländern Asiens für internationale
Auftraggeber:

Dies waren Entwicklungs- und Frauenprojekte im Auftrag der World Bank, Asian
Development Bank, US Aid, Australian Aid, Canadian Cida Can. Internat. Development
Agency, Swiss Development Agency, Ford Foundation iner ihrer längsten Auftrag- und Arbeitgeber war CECI, eine frankokanadische
Organisation, die in ländlichen Entwicklungsprojekten arbeitete.
Dort lernte sie auch Norman MacIsaac kennen, der neun Jahre als kanadischer
Volunteer unter ihr und mit ihr in Nepal arbeitete.
Kabita arbeitete auch einige Zeit als Assistentin des nepalesischen Premierministers
und war schon als Studentin politisch sehr kritisch engagiert. Sie war es auch, die auch
in ganz Nepal die Mikrokredite einführte.

Durch CECI wurde sie auch in andere Regionen (Thailand, Vietnam,…) geschickt und
hatte zwei Jahre lang ihr Büro in Delhi, weil sie von dort aus als Consultant viele
Projekte betreute, bis diese Menschen selbständig genug wurden, ihr Projekt
alleine zu führen.

Die Verbindung zu CECI führte sie immer wieder nach Canada und in die USA, auf diese
Weise lernte sie im Laufe ihrer beruflichen Karriere 47 Länder kennen.
2004 startete sie ein 16 monatiges Masterdegree an der Harvard University zu
Politik und Soziales (Public Administration MPA) und lernte dort Menschen kennen,
die heute weltweit in Führungspositionen agieren.
Norman MacIsaac, dessen Chefin sie neun Jahre in Nepal war und mit dem sie eine
lange Freundschaft in CECI verband, ist nun der Geschäftsführer von Leger
Foundation, die seit 30 Jahren Little Flower unterstützt. So ist auch von dieser Seite
großes Vertrauen in ihre Arbeit in Little Flower gegeben und für die best mögliche
Unterstützung gesorgt.

Etwa um 2006 wurde sie Mitglied einer Buddhist. Gemeinschaft und lebt und
arbeitet seither in diesem spirituellen Sinne.
„Eigentlich war ich schon am Weg in eine Höhle, um mich ganz der Kunst des
Sterbens zu widmen. Ich rief meine Mutter zurück von Canada und auch meine jüngste
Schwester, die zehn Jahre n Boston lebte, um mit ihnen zu meditieren und mich auf
diese nächste Stufe vorzubereiten. Dann wurde ich noch mal gerufen, einen kleinen
Umweg durch dieses Lepraprojekt zu machen. Deshalb bin ich hier.“
„Als ich letzte Woche in Kathmandu war, boten sie mir ein Ministerium in der
jetzigen Regierung an, aber ich lehnte ab, die brauchen mich nicht, die
Leprakranken brauchen mich nun mehr!“ erzählte sie mit Schmunzeln.
Ihr Anliegen in Little Flower ist, Strukturen aufzubauen, die es letztlich möglich machen,
den Menschen, die Verwaltung und Führung des Dorfes selbst zu überlassen. Damit
erfüllt sie auch den tiefen Wunsch von Bruder Christdas, diese Menschen gänzlich in
ihre Unabhängigkeit zu entlassen.
Eine Gründerpersönlichkeit, wie es Bruder Christdas war und eine große Vaterfigur,
die als solche verehrt und aufs tiefste respektiert wurde, erfordert eine Zeit des
Übergangs, um die Schritte ganz und gar allein gehen zu lernen.
Kabitas Erfahrung in der Begleitung von Projekten prädestiniert sie dazu, diese
nächsten Schritte mit den Menschen zu tun und eine lebbare Zukunft vor allem
auch für die nachfolgenden Generationen aufzubauen.

 
 
 
 
ehem. Leitung

Bruder Christdas, der Gründer von Little Flower, kam ursprünglich aus dem Süden von Indien, seine Muttersprache war Malayalam, die Sprache Keralas, er studierte Theologie in Bangalore, und kam dort in Berührung mit Leprakranken.Diese Begegnung erschütterte ihn so sehr, dass er damals sein Studium aufgeben wollte und sofort und gänzlich sein Leben den Leprakranken widmen.

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Er schloss sein Studium ab, aber sein Entschluss war gefasst, und bei der Auswahl einer Ordensgemeinschaft war nur dies entscheidend: welche Gemeinschaft würde es ihm ermöglichen, mit Leprakranken zu arbeiten. Dies war schließlich der männliche Zweig des Ordens der Mutter Teresa, Die Missionare der Nächstenliebe, und so arbeitete er viele Jahre in dieser Ordensgemeinschaft in Lepraprojekten und in engem Austausch mit Mutter Teresa.

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Bis er im Winter 1981 dem Hilferuf der Patienten aus Bihar folgte und dort unter der Schirmherrschaft des Bischofs von Muzzafapur das Projekt „Little Flower“ startete – mit einigen Freunden und Weggefährten als Begleitern, mit einem Nylonsack voll Geld eines großzügigen Spenders im Schoß und einer Riesenportion Zuversicht im Herzen war er diesen Weg angetreten. Bruder Christdas, den im Dorf alle Baba nannten – war Vaterfigur und Autorität, der Letztentscheider und Schlichter, der Visionär und unternehmerische Geist, … er kam mit dem Feuer der Überzeugungskraft, die alle ansteckte.

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