Bauprojekte

Die StudentInnen von basehabitat/Kunstuniversität Linz

Eindrücke von der Baustelle Phoolna ("Aufblühen" auf deutsch) im Rahmen einer Fotoreportage im Lepradorf Little Flower in Sunderpur bei Raxaul/ Bihar im Norden Indiens an der Nepalesich-Indischen Grenze am Mittwoch,18.02.2015

Ich möchte einen Beitrag auch ganz speziell den Studentinnen widmen, von der Dynamik und Buntheit, die sie in das Leben des Dorfes bringen und auch in den Arbeitsalltag. Die Arbeiter, mit denen die StudentInnen in Little Flower zusammenarbeiten, sind durchwegs junge Männer, die sich arbeitslos als die Kinder von Leprakranken Eltern in der Grenzregion zwischen Indien und Nepal durchs Leben schlugen,

angekommen in Sunderpur

Jetzt sind wir also wieder hier.
Alles ist gut gegangen bei der Anreise! Und schon am ersten Tag in Little Flower haben wir angefangen auf der Baustelle zu arbeiten.
Nach kurzen

Neuigkeiten von der Baustelle

Ich denke die Bilder sprechen für sich…

Es läuft super in Indien. Sie arbeiten selbstständig an Lehmziegeln, die bis zu unserer Ankunft im Februar getrocknet sein sollen, und sie behandeln den frischen Bambus.
Außerdem ist das ganze Gebäude

Die StudentInnen sind zurück!

Diese Woche sind die StudentInnen zurückgekehrt aus Little Flower! Insgesamt haben sie drei bis vier Wochen dort gemeinsam auf der Baustelle gearbeitet und mit den 15 Arbeitern die erste Wohnung nun fertiggestellt! Die kann sich sehen lassen, und der Stolz ist allen anzusehen! Es scheint für ALLE eine wunderbare, arbeitsintensive Zeit

Erste Eindrücke von der Baustelle

Fast eine Woche ist vergangen, seitdem ich in Sunderpur angekommen bin. Ich wurde unglaublich herzlich empfangen und habe mich sofort wieder wie zu Hause gefühlt.
Und am nächsten Tag war ich schon auf der Baustelle, die wundervoll aussieht.
Der Eindruck den das Gebäude jetzt vermittelt ist unglaublich beeindruckend und es wundert mich nicht dass sie „raja ka ghar“ (Haus des Königs) dazu sagen. Ich beneide die Lehrer die hier einziehen werden fast ein bisschen.

Alles auf unserer TO DO liste war getan, und ich musste mir sofort überlegen, was die nächsten Schritte sein sollten, und so habe ich eine neue Liste angefangen. Diese ist wieder unglaublich lang, aber es sind Feinarbeiten. Jetzt geht es viel um die Optik und Details. Wir bereiten gerade alles vor, und ich mache mit ein paar Arbeitern einige Probestücke für Geländer, Boden und Decke, so dass wir später schnell entscheiden können, was wir machen wollen und das dann nur noch umsetzen müssen.

Gestern Nacht war das erste Mal richtiger Monsoon! Der Hinterhof steht unter Wasser! Also mussten wir umschlichten. Deshalb wird gerade der Boden im Bad geebnet und draußen kann das erste Haus ohnehin weiter verputzt werden.

Ich bin ja immer noch handicapped mit meiner Hand und seit gestern auch etwas verkühlt und werde mich deshalb über das Bambus-Buch hermachen und schauen, ob ich irgendwelche Decken – und Treppenkonstruktionen finde.

Iris

Fenstermontage

Die neuesten Fotos von der Baustelle Phoolna zeigen die Montage der ersten Fenster, die in der kleinen projekteigenen Tischlerwerkstatt hergestellt werden! Bald nun ist der Glaser dran!

 

PHOOLNA – Baufortschritte

Phoolna heißt „Aufblühen“ und so nennen wir unser Bauprojekt in Little Flower.

Denn tatsächlich erblüht hier etwas zu neuem Glanz – in den letzten Monaten können wir via Facebook die enormen Fortschritte und den Eifer der Arbeiter mitverfolgen, die seit der Abreise der StudentInnen Ende März den Innenausbau und Verputz wahrlich in die Hand genommen haben!

Review Baupraxis im Februar 2014

Ein Monat später… Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht“ Mir kommt es so vor als wäre ich gerade erst wieder gekommen, dabei ist es wirklich schon ein Monat her. Jetzt sind wir schon wieder am überlegen wann der nächste Zeitpunkt kommt zu dem wir hinunter fahren sollen. Obwohl es eigentlich klar ist: der Deal sagt, dass wir wieder kommen sobald die To-Do-Liste abgearbeitet ist.

Karina – wie Worte finden

„Die Zeit in Little Flower…. war für mich wirklich eine der besten und schönsten Zeiten seit langem. Es geht mir so gut wie es mir schon lange nicht und das habe ich definitiv den Menschen dort und auch unserem ganzen Team zu verdanken.
Schon alleine der Empfang im Dorf und auch vom Dorf war für mich so schön, dass ich mich gleich gut einleben konnte. Natürlich war es am Anfang nicht so leicht, denn man spricht die Sprache nicht und kann sich nicht so verständigen wie man eigentlich möchte aber das war für mich  auch schon das einzige „Problem“. Nicht mal das war ein Problem, denn es hat mich auch echt überwältigt  wie gut man sich auch ohne großartige Worte verständigen konnte. Die Sonderstellung, die man als Europäer bekommt, ist natürlich immer wieder spürbar, dennoch habe ich mich vor allem nach dem anfänglichen Kennenlernen auf der Construction Site gleichwertig gefühlt und das war für mich persönlich eine sehr schöne Erfahrung. Immer wurde auf uns geschaut und dass es uns gut geht und in dieser Form war das echt neu für mich.
Für mich war die Zeit definitiv zu kurz, und ich möchte sehr gerne wieder nach Little Flower zurückkehren. Mir hat das Dorf so viel gegeben und damit ist nicht das Materielle gemeint. Vielen Dank!

Ich hab mich hier immer sehr behütet und auch sehr willkommen gefühlt…ich habe mich zuhause gefühlt.

Jetzt weiß ich auch, was du Claudia gemeint hast mit: „An Little Flower kann man sein Herz verlieren.“

…und vor allem…. man braucht nur sehr wenig um glücklich zu sein (das war definitiv meine Erkenntnis)

Der Abschied war sehr bewegend und schwer, aber ich freue mich jetzt schon, mit einem Lächeln auf dem Gesicht, auf ein Wiedersehen.

in diesem Sinne Happy Holi :)

Danke für die Möglichkeit!“

Karina

Das Team und einige Gedankensplitter

In einer gemeinsamen Stunde haben die StudentInnen letzte Woche ihre Erkenntnisse, Eindrücke, ihre Gewinne und Highlights formuliert, all die großen und kleineren Juwelen, die sie von der Reise und dem Aufenthalt mitgenommen haben, hier einige Gedankensplitter dazu:

„Ich habe gelernt zu reden, ohne meinen Mund zu verwenden, ich bin tief eingetaucht in eine andere Kultur, es ist so schwer, das in Worte zu fassen.“

„Viele Fragen, die uns hier so beschäftigen, stellen sich dort nicht mehr. Das gibt zu denken.“

„Das intensive Miteinander… gemeinsames Arbeiten, gemeinsame Ausflüge, Abende, die Gruppendynamik, diese Verflechtung von Indien und Österreich, es war ein Erlebnis…“

„Ich konnte neue Freundschaften gewinnen, … und 99% Lächelanteil pro Tag!“

„Weg vom europäischen Luxus – einen Schritt zurücktreten, das tat gut!“

„Tolle Menschen kennenlernen und sich in ein Bauwerk bis ins letzte Detail hineindenken, das war eine tolle Erfahrung!“

„Sich woanders ganz und gar zu Hause fühlen – wonderful!“

„Warum ist Bambus bloß so ungerade?:-)“

„Mich hat die extreme Ehrlichkeit der Inder uns gegenüber beeindruckt!“

„Wir hatten eine tolle Gruppendynamik und einen super Zusammenhalt zwischen uns Studentinnen und den Arbeitern, die uns genre zu sich nach Hause eingeladen haben! Und wir wussten Fest zu feiern, die Firstfeier und unsere Abschlussfeier waren ein Hit, die Teerunden mit den Arbeitern am Abend vor dem Heimgehen extrem wichtig!“

„Ich schätze es besonders, so Erfahrung in humanitäre Arbeit bekommen zu haben, Indien jenseits von Touristenströmen, diese ganz andere Welt und dieses andere Denken erlebt zu haben, wir haben so viel miteinander gebaut, über die Konstruktion gesprochen, alle Probleme hinterfragt und so extrem viel gelernt!“

„So viel Gastfreundschaft und Herzlichkeit in so viel „Armut“

„… man braucht eigentlich nur sehr wenig, um glücklich zu sein!“

Die Entwicklung der Baustelle im Februar 2014

Hier nun Bilder von den Studentinnen und der Entwicklung der Baustelle in den vergangenen Wochen: die Bambuskonstruktion ist nun fertig, ausgelassen wurde die Firstfeier begangen! Die Innenausbau der ersten Wohnung (Böden..) ist in vollem Gange! Die Ziegeln, um den ersten Stock aufzusetzen, sind soweit produziert und getrocknet, dass die Arbeiter nun diese eigenständig aufbauen können! Anhand der ersten Wohnung können sie nun auch den Innenausbau der weiteren Wohnungen eigenständig weitermachen, so der Plan!

Magdalena berichtet von ihren Erfahrungen in Little Flower

Magdalena Hopfner war eine der Studentinnen, die nach Little Flower fuhr und dort fünf Wochen Baupraxis erlebte, so beschreibt sie ihre Erfahrungen:

„Eine Gruppe von StudentInnen fährt fünf Tage nach der stressigsten Zeit des Studierens nach Indien. Weg von Computer, Hektik, Terminstress und dem getriebenen Leben in Österreich. Und von der österreichischen Stadt ins indische Dorf.
Die Ankunft war gut und zugleich auch surreal… irgendwie. Wir,  jetzt fünf Wochen in Indien. Aber was war das Surreale daran? Das noch Nicht-Kennen der BewohnerInnen.

Man ist dort nicht auf Urlaub, sondern man wohnt dort. Durch die große Gruppe befand man sich in einem geschützten Rahmen… und alle vor Ort, haben sich auf uns vorbereitet und kümmerten sich von erster Sekunde an um uns. Und dann kam ganz schnell das Gefühl des Zuhause-Seins. So schnell wie selten zuvor und mit jedem Tag wurde es stärker. Das Surreale wurde zum Normalen, zum Vertrauten.

Leider kann man die wirklichen Emotionen nicht oder nur sehr schwer zu Papier bringen. Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Statement von Otto über Little Flower und Indien ganz am Anfang meiner Zeit dort:
„Es stimmt alles und das Gegenteil!“

Er hat das einfach so dahingesagt und lange hab ichs nicht verstanden. Aber dieser Satz ist vielleicht die Emotion und die Stimmung, die die fünf Wochen, das Dorf und das Land am Besten beschreiben. In Momenten, wo du denkst, dass einfach alles passt und stimmt, funken harte Lebens- und Alltagsgeschichten und Seiten der Armut dazwischen. Und das wohl Schrägste daran ist, dass diese Menschen, die unsere Hilfe so brauchen, mir so viel gegeben haben, wie selten jemand zuvor… und damit meine ich keine materiellen Werte. Ich bin nach Indien gefahren, um zu helfen und jetzt fühle ich mich so, als hätte mir das Dorf mehr gegeben, als ich es unterstützen konnte. 

Bei der Abreise im Dorf sind mir das erste Mal in meinem Leben bei einem Abschied Tränen übers Gesicht gelaufen. Das drückt vermutlich meine Zeit in Sunderpur mit all seinen Menschen am Besten aus.“

VIELEN DANK, liebe Magdalena!

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