Monthly Archives: Februar 2012

Mein letzter Tag in Little Flower

Freitag morgen in Little Flower. Von meinem Arbeitsplatz höre ich das Klappern und Rufen und emsige Treiben im Dorf. Pauline kam schon vorbei, sie hat heute ihren dritten Tag der Aufnahmeprüfungen in die Secundary School in Raxaul, bislang ist alles gut gelaufen und sie strahlt vor Aufregung und Selbstbewusstheit!

Für uns ist heute noch ein intensiver Arbeitstag: Sebastian und Marcus werden ihn in erster Linie auf der Baustelle verbringen. Nicht alles lief nach Plan, in Summe war und ist es aber eine gute Übung, um die Ressourcen und Möglichkeiten, den Arbeitsstil und das Know how, das die Menschen hier einbringen, zu überprüfen. Die sprachlichen Barrieren machen die Sache nicht einfacher. In Summe brachte es viele Erfahrungswerte, die sehr wertvoll sind für eine weitere Zusammenarbeit: nun wissen die Studenten viel besser, worauf sie bei einer größeren Baustelle achten müssen, vom Materialkauf bis zum Arbeitsstil! Bald gibt es Fotos zum ersten (fast) fertigen Badezimmer für Mädchen in Little Flower!

Kabita und ich verbringen diese Tage in Meetings. Mir ist es ein Anliegen, abteilungsweise Besprechungen mit den Verantwortlichen zu haben und so noch mal abschließend mir das okay zu holen, für alle Projekte, die wir planen und finanzieren wollen. Darüber hinaus will ich mir einen Überblick über  deren Haltung zur Gesamtveränderung verschaffen, die seit letztem Jahr hier im Gange ist. Es gilt, die Menschen mehr und mehr in eine Eigenverantwortung zu führen, und wir erleben, dass dieser Prozess sehr viel Begleitung verlangt.  In diesem Sinne geben wir in diesen Meetings Raum zum Reflektieren.

Wehmut mischt sich zwischen jeden Atemzug – so sehr ich mich auf mein Zuhause in Europa freue, so sehr ist es auch wieder ein Abschied, der nicht leicht fällt! – Und ich glaube, dass das für uns alle gilt!

 

 

Bilder Februar 2012

Die Studenten bei der Arbeit

Die letzte Woche war geprägt von der Ausarbeitung vieler Projekte, Datenerhebungen, Interviews, die die Studenten in allen Abteilungen von Little Flower machten, um einen guten Querschnitt über Daten und Bedarf im Projekt zu bekommen. Eine große Fülle an Material wurde dabei zusammengetragen und muss nun verarbeitet werden. Hier einige Bilder dazu.

Meetings

Meine Zeit hier in Little Flower ist gepflastert mit Besprechungen in allen Abteilungen. So hatten wir ein langes Meeting mit allen LehrerInnen,
um mit ihnen die Veränderungen durchzusprechen, die Peter Lockyer und ich für dringend notwendig erachten. Wir wollen uns um ein völlig neues Mittelschulsystem bemühen, für das wir in erster Linie gutes Lehrpersonal finden müssen, es gelang uns, dazu die breite Zustimmung aller zu bekommen mit allen Konsequenzen eines unterschiedlichen Gehaltsschemas, das auch Finanziert werden muss.
Mit diesem Auftrag – oder sagen wir besser: mit diesem Versprechen im Gepäck, die Gehälter für vier qualifizierte LehrerInnen aufzutreiben, fahren wir nach Hause.

Heute Abend hatten wir einen Workshop mit allen Abteilungsleitern und den einzelnen Block Sprechern und nahmen uns die Zeit zu einer Rückschau. Es ist sehr spürbar in den Gesprächen, dass die Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist, dass Bruder Christdas und sein Tod noch nicht verarbeitet ist, und so widmeten wir ihm und den Geschichten um ihn einen Abend des Story tellings, das wir mit einem schönen Ritual am Grab abschlossen. Jeder formulierte seine Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft von Little Flower mit dem guten Gefühl, seinen Segen dafür zu haben. Es war ein sehr berührender Moment.
Morgen verlassen uns drie unserer Community: Peter, der seinen Heimweg nach England antritt, und Jomo und Iris, die zurück nach Österreich fliegen. So wird es wohl ein wenig ruhiger werden, trotzdem: wir sind noch immer ein starkes Team von fünf, die einige Tage intensiv an allen weiteren Projekten arbeiten werden! Und es ist spürbar, dass den dreien der Abschied nicht leicht fällt! Danke euch für eine sehr intensive, dichte Zeit gemeinsam!

Schals

Gestern haben wir das breite Farbenspektrum des Schals mit einigen Mädchen aus dem Dorf fotografiert.
Sie waren Feuer und Flamme und haben ganz schnell verstanden wie das mit dem Modeln funktioniert und richtig zu posen begonnen.

Die Seidenkokons von Little Flower sind sehr speziell: man nennt diese Seide in Indien nonviolent silk, also gewaltfreie Seide. Die Raupe darf schlüpfen und überleben und wird nicht, wie bei den meisten anderen Seidenproduktionen getötet. Der Stoff glänzt wie Seide, hat eine Struktur wie Baumwolle und wärmt wie Wolle. Ein Wunderwerk, das viele Arbeitsschritte verlangt und entsprechend vielen Menschen Arbeit gibt. Dank unseres Systems in Österreich hat die Weberei im Jahr 2011 erstmals mit Gewinn abgeschlossen! 50% der Produktion geht nach Österreich – unsere Arbeit hat sich gelohnt! Allen SchaltägerInnen sei Dank!

beanies

Gestern Abend haben wir ungefähr 60 Mützen im Girls Hostel verteilt. Es ist sich ganz genau ausgegangen, das letzte Mädchen hat die letzte Mütze bekommen. Alle haben sich sehr gefreut!

Und als wir sie heute früh nochmal besuchen gingen, haben alle ihre Mützen getragen. Das haben wir ausgenutzt und gleich ein paar tolle Gruppenfotos gemacht!

 

Liebe Grüße in die große weite Welt

Vielen herzlichen Dank an die fleißigen Hände, die sooo viele Mützen gestrickt haben! Bei der gestrigen Messfeier kamen alle Mädchen stolz mit ihren neuen Mützen, es war ein entzückendes Bild und sie trugen alle ein stolzes Lächeln im Gesicht! Es ist noch immer sehr kühl hier am Morgen und gegen Abend, da hilft eine Mütze enorm!

 

 

Eindrücke aus Little Flower

Kabita beim Unterrichten

Ein Teil der Gruppe bei der Morgenbesprechung

Abendstimmung in Little Flower

Wenige Meter von mir entfernt sitzt die Gruppe friedlich um eine kleine Feuerstelle, es ist Abend und es war für alle ein intensiver Tag. Peter und ich verbrachten den Vormittag in einer Lehrerkonferenz und wir diskutierten intensiv nächste Schritte zur Verbesserung des schulischen Standards. Wir alle sind uns bewusst, dass wir eine Möglichkeit finden müssen, bessere, d.h. ausgebildete Lehrer nach Little Flower zu bringen und wir dafür eigene Sponsoren finden müssen. Wir denken intensiv auch darüber nach, professionelle Freiwillige nach Little Flower zu bringen, vor allem für die Fortbildung der Lehrer vor Ort, und um Impulse im Unterricht mit den Kindern zu setzen. Der Hunger nach Bildung ist groß unter den Kindern, und es ist natürlich die Zukunft des Projekts schlechthin. Das heißt, die Verbesserung der Ausbildung muss für uns alle oberste Priorität haben!

Nachmittags war ich in der Weberei und hatte eine lange Besprechung mit Shiv. 50% der Produktion geht nach Österreich und wir alle sind glücklich über die großartigen Zahlen im letzten Jahr, es warne über 2000 Schals, die wir in Österreich verkauften. Auch hier gibt es aber noch ein großes Verbesserungspotential in punkto Liefergenauigkeit und Qualitätssicherung. Im Moment wird das Büro in der Weberei vergrößert und ein Showroom eingerichtet, hier konnten die Studenten hilfreich sein und Tipps für eine entsprechende Einrichtung geben.

Einige sind unterwegs im Projekt, um einzelne Interviews zu machen und so die Bedürfnisse und Geschichten im Dorf zu erfassen. Ein erstes Resultat dieser Befragung wir in den nächsten Tagen sofort von ihnen umgesetzt: die Mädchen wünschen sich einen eigenen Waschraum und damit ein bisschen mehr Privatsphäre. In einem Dorf, in dem es nur öffentliche Wasserpumpen gibt, die sich einige Familien miteinander teilen, ist das ein nur allzu gut verständlicher Wunsch. Kabita war sofort begeistert und gab ihr Okay.

Eine weitere Gruppe ist unterwegs, um das Dorf zu vermessen und eine genaue Dokumentation aller Gebäude zu erstellen. Unter Architekten würde man das eine Bauaufnahme nennen, die zukünftige Bauvorhaben vereinfachen wird sowie die Gebäude und ihre Funktionen in einen Zusammenhang stellt. Gleichzeitig erheben sie auf diese Weise den Bedarf an infrastruktureller Sanierung im gesamten Projekt.

So sind wir alle emsig am Werk und ich melde mich bald wieder mit Neuigkeiten! Namaste!

 

 

Bilder aus Little Flower 2011

Projektreise Little Flower 2012

Der Count down läuft! In zwei Tagen sitzen Albert und ich im Flieger nach Kathmandu, am Montag werden wir wohl eine kleine Flugmaschine an die indische Grenze bekommen und am Abend in Little Flower sein. Damit ist die Mannschaft komplett: ab heute trudeln wir step by step ein: Peter Lockyer aus England, Felix Ganzer aus Hallein und die weiteren StudentInnen, Sebastian, Marcus, Corinna, Iris und Jomo werden wohl am Sonntag ankommen.

Zum ersten bin ich sehr gespannt, was Kabita und die Dorfbewohner in den letzten Monaten alles umgesetzt haben, den Schilderungen zufolge muss das Erhebliches sein! Zum anderen werden wir intensiv an neuen gemeinsamen Projekten arbeiten, neben Schule, Computerisierung und landwirtschaftlicher Entwicklung geht es uns prior um die Frage, ob die Idee eines Little Flower Hotels zu diesem Zeitpunkt der richtige, wichtige nächste Schritt ist, welche Maßnahmen es zu treffen gibt und dazu einen Projektplan zu erstellen. Wir kommen von Europa mit vollen Taschen, haben gute Vorarbeit geleistet! Wir halten euch am Laufenden!!!

Claudia

Februar 2011

Liebe Freunde von Little Flower!

Nach meiner letzten Reise im Dezember 2010 vergeht fast kein Tag, an dem ich nicht das eine oder
andere für das Projekt erledige! Meine Gedanken sind noch nicht ganz sortiert, vielmehr fühlt es sich
an wie ein Sturm im Wasserglas, so viele Ideen und Überlegungen „schießen“ mir durch den Kopf!
Darf ich Sie ein bisserl dran Anteil nehmen lassen?

Schals in Österreich

Schals-in-OE

SalzburgerInnen stehen Model für Little Flower Schals

Durch die farbenfrohen Schals aus Little Flower sind viele neue Begegnungen und Vernetzungen entstanden, viele Menschen haben diesen Faden aufgegriffen und die Botschaft dieses kleinen, bunten Stücks Seide erkannt.

Im Frühjahr 2011 konnte ich einige SalzburgerInnen gewinnen, Model zu stehen für die Schals, die Botschaft dahinter war: jede und jeder findet ihren/seinen Schal!

Kenyon kauft Kühe für Little Flower

KKK

Das Privatgymnasium Kenyongasse Mater Salvatoris (www.kenyon.at) machte Little Flower zu seinem Projekt:

Abschlussbericht der SchülerInnen

KKK – Kenyon kauft Kühe ein Projekt der AHS – Kenyongasse Mater Salvatoris

Am Aschermittwoch 2010 starteten wir mit KKK – Kenyon kauft Kühe. Im Jänner dieses Jahres brachten wir unser Projekt offiziell zum Abschluss und wir dürfen stolz auf uns sein. Wir haben in diesen Monaten 8090,60 EURO gesammelt und damit umgerechnet 10 Kühe für Little Flower finanziert.
Viele Kühe sind bekanntlich vor ca. 2 Jahren an einer Rinderseuche umgekommen.
Im Laufe der letzten Monate hat das Projekt geradezu die ganze Schule „angesteckt“.

Website by Itellico